Sie sind hier: Startseite / Unsere Kirchen / St. Matthäus
26.4.2018 - 17:21

St. Matthäus

Architekt:
erbaut:
Sitzplätze:

Adresse:

Prof. Dr. Gottfried Böhm
1968/70
380
René-Schickele-Str. 6
Garath SW

Die 1970 fertiggestellte Matthäus-Kirche ist kennzeichnend für die Entwicklung des modernen Kirchenbaus. Das aus freiem Grundriss komponierte, zentral angelegte Gotteshaus lebt in der Gestaltung von der Auflösung schwerer kubischer Formen und groß angelegter Wandflächen. Aus den Ziegelmauern wächst oberhalb der Nachbarbebauung eine Betonarchitektur empor, deren Vorbild in der konstruktivistischen Bildersprache buntgefasster Architekturen der Niederländer J. Oud und Piet Mondrian zu sehen ist. Sowohl in der äußeren Gestaltung wie auch im Grundrisskonzept weicht Böhm ganz von den hergebrachten Formen des Kirchenbaus ab. Die mittig über der Altarzone aus der Dachlandschaft herauswachsende, in einem Kreuz endende Betonpyramide lässt sich als eine Art Sanktuarium deuten, als weithin sichtbare Bekrönung des Altarhauses.

1 =Altar 2 =Tabernakel  3 =Ambo
4 =Beichtstuhl   5 =Taufbecken

Ähnlich wie bei den reichgestalteten spät-staufischen Vierungstürmen ist die Spitze der Betonarchitektur Hinweis auf die Mitte des Kirchenraums. Der monumentalen Steigerung der Betonmassen im Äußeren entsprechen Geborgenheit und Intimität im Kircheninneren, dessen Verwinkelungen Schutz und individuelle Sicherheit vermitteln. Turmartige, teilweise emporenartig geöffnete Einbauten beiderseits der Altarzone, durchbrochene Stützen in der Eingangszone, Nischen, Durchblicke und die zwischen den

Eingängen angeordnete, auch außen klar ablesbare Taufkonche sind die Elemente der plastisch-räumlichen Gestaltung. Betonziegelmauerwerk und Glas sind die Materialien, mit denen Böhm an der St. Matthäus-Kirche arbeitete. Die Dynamik der Architektur in den plastischen Elementen wird durch den sich ständig wechselnden Lichteinfall gesteigert. Ähnlich wie bei der Wallfahrtskirche in Neviges scheint sich Böhm auch in der Matthäus-Kirche "vom Banne der Geometrie in der Architektur freizumachen, um ins Phantastische auszubrechen".

Im Innern der St. Matthäus-Kirche steht in der Nähe des Tabernakels eine Holzplastik. Sie zeigt den Zöllner Matthäus und einen Engel. Der Engel stemmt auf der einen Seite die Zollschranke in die Höhe und auf der anderen Seite diktiert er dem Matthäus etwas in die Feder.

Auf der Rückseite ist neben einem Anbetungsspruch noch die Verehrung Jesu durch die Heiligen Drei Könige dargestellt. Ein Hinweis darauf, dass diese Geschichte nur von Matthäus aufgezeichnet und damit überliefert wurde.

 

 

Die Holzplastik wurde von
Fritz Schäfer entworfen und gefertigt. Fritz Schäfer war  u.a.Religionslehrer an der Garather Grundschule Reinhold-Schneider-Straße

Einst geplant als Zentrum einer eigenständigen Gemeinde wurde sie nach ihrer Fertigstellung 1970 bis 2006 (36 Jahre) das zweite kirchliche Zuhause der St. Norbert-Gemeinde. Zusammen mit dem ebenfalls von Prof. Dr. Gottfried Böhm entworfenen St. Hildegardis-Altenheim des Caritasverbandes für die Stadt Düsseldorf e.V. und den beiden Wohnungen für Küster und Organist bildet die St. Matthäus-Kirche eine vielbeachtete architektonische Einheit. Der vorgesehene Bau eines Kindergartens wurde nicht mehr verwirklicht. Heute bildet dieses Grundstück den einladenden Pfarrgarten, in dem insbesondere in der wärmeren Jahreszeit zahlreiche Aktivitäten stattfinden. Geplant ist hier der Bau eines neuen Pfarrzentrums.

NRZ-Artikel

Die NRZ berichtete über unsere St. Matthäus-Kirche - hier der Leitet Herunterladen der Datei einArtikel als Download.